Kinder- und Jugendbetreuung

Elisa berichtet von ihrer Kinder- und Jugendarbeit 

Täglich kommen zwischen 50 und 80 Kinder und Jugendliche im Alter von 6-20 Jahren in die Mission in der Iuliu Maniu Str. No. 5 in Botoşani. In den Wochen vor den Sommerfreizeiten (Tabere) und in der Vorweihnachtszeit steigt die Zahl der Kinder auf zwischen 80 und 90 an.

 

Als ich vor 4 Jahren angefangen habe, hier in der Mission zu arbeiten, kamen die Kinder zum Essen und sind direkt danach wieder nach Hause gegangen.

 

Bald begann ich einige Aktivitäten zu einzuführen, wie zum Beispiel die Bibelstunde. Wie bei einem Puzzle die passenden Teile zusammmen gesetzt werden müssen, so stellte sich mir die Aufgabe, die Kinder so zu gruppieren, dass jedes seinen passenden Platz findet.

 

Mit manchen Kindern fiel es mir leicht, zusammen zu arbeiten. Mit

einigen anderen war es am Anfang doch etwas schwerer. Grund dafür ist, zweifelsohne, die Umgebung, in der sie aufgewachsen sind. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich in ihr Leben trat, hatten sie schon Persönlichkeitsstrukturen geformt, die sie nicht ohne weiteres ändern wollten.  

 

Dies gab mir viel zu denken.

 

Trotzdem kamen täglich viele Kinder zwischen 6-20 Jahren zu uns in die Kantine und zu unseren Aktivitäten.

 

Zwei Jahre lang habe ich jeden Tag bis zur Erschöpfung mit allen Altersgruppen zusammen gearbeitet. Es musste aber einen besseren Weg geben. Ich arbeitete eine Methode aus, die mir helfen sollte, eine bessere Beziehung zu den Kindern aufbauen zu können. Gleichzeitig sollten sie  auch sich untereinander besser akzeptieren und respektieren lernen.

Gruppe N.E.U. 

 

Vor zwei Jahren gründete ich dann eine Jugend- Gruppe mit der Altersspanne 15-18-20 Jahren gegründet. Wir nennen sie N.E.U. Das bedeutet soviel wie Neue Vorbilder der Nachfolge. Das Ziel ist, dass die Gruppe ein Beispiel für ihre Nächsten sein soll. Ich habe gute Kommunikation mit diesen Jugendlichen. Es ist mir ein grosses Anliegen, ihnen zu helfen, einen guten Weg in ihrem Leben zu finden.

 

 

Somit arbeiten wir jetzt schon seit zwei Jahren zusammen. Regelmässig treffen wir uns jeden Freitag mit  den Jugendlichen. Auf diese Art und Weise konnte ich speziell auf die vielen Themen und Probleme ihres Alters eingehen.

 

Dadurch werden Momente geschaffen, die uns erlauben, ins offene Gespräch zu kommen. Die Themen beziehen sich in der Regel auf  Schule und auf gesellschaftliche Wertstellungen. U.a. gehen wir auch in den Park, essen gemeinsam Pizza oder schauen uns gemeinsam einen Film an.

 

Mein Ziel ist es, die Themen anzusprechen, die die Jugendlichen

bewegen. Ich möchte sie dahinführen, dass sie die Liebe zu Gott und Jesus Christus erfahren und lernen, Vertrauen zu finden zu dem, was in der Bibel steht.

 

 

Zum Beispiel sprechen wir über das Thema Vertrauen. Die Kinder denken sofort an ihre Eltern, Freunde und ihre Beziehungen. Also diskutieren wir darüber.  Sobald ich verstehe, was dieser Begriff für sie bedeutet, überlege ich mir wie ich ihnen erklären kann, an wen ich glaube und wem ich vertraue.

 

Zur Hilfe bediene ich mich meiner Bibel. Ich lese den Kindern eine passende Bibelstelle vor.

 

Andere Male haben wir auch praktische Aktivitäten mit den Jugendlichen wie zum Beispiel: letzten Freitag, haben die Mädchen Maricica, unserer Köchin in der Kantine, geholfen, Sarmale (Krautwickel) zu kochen.

 

 

Solche Aktivitäten unternehme ich mit allen Altersgruppen, damit ich sie besser verstehen kann.

 

Gleichzeitig kann ich sie auch  von ihren Geschwistern, mit denen sie in den anderen Gruppen eigentlich immer zusammen sind, trennen. Somit bekommen sie die Gelgenheit, offener sprechen zu können.

Gruppe Speranta 

Dieses Jahr habe ich zwei weitere Gruppen eröffnet.

Die eine Gruppe nennen wir "Speranta" (Hoffnung). Den Namen haben sich die Kinder selbst ausgesucht. Die Kinder in dieser Gruppe sind zwischen 12 -  14 Jahre alt. Wir treffen uns jeden Donnerstag.

 

 

Auch in dieser Gruppe sprechen wir Themen an, die die

Kinder bewegt.  Somit lernen wir uns gegenseitig viel besser kennen.

 

Jede Woche hat ein

neues Thema. Wir bringen in die wöchentliche Thematik auch verschiedene praktische Übungen ein, die wir gemeinsam durchziehen

 

 

Alle sind immer sehr ungeduldig zu erfahren, welches Thema das Thema der Woche ist. Einige Tage vor dem Gruppentreffen fragen sie immer sehr gespannt, welche Überraschung wir haben, was wir machen oder wohin wir gehen. Deshalb war der Name der Gruppe (Speranta ist rumänisch für Hoffnung) eine wunderbare Idee.

Gruppe Gnomi

Es war der Wunsch der Kleinen, auch eine Gruppe zu haben. Am Anfang wollte ich dem nicht so richtig zustimmen, noch eine dritte Gruppe zu öffnen. Jedoch die Ausdauer der Kleinen, mich jeden Tag zu fragen wann dann ihre Gruppe starten wird,  führte mich dazu, zunächst einmal eine Liste zu erstellen,  um zu sehen, wer  wirklich an dieser Gruppe teilnehmen würde.

 

Wir stellten fest, dass eine Gruppe von mindestens 10 Kindern im Alter von 8-11 Jahren mittwochs zusammen kommen will.  So fingen wir an, auch mit dieser Altersgruppe zu arbeiten.

Aus meiner Sicht ist diese Gruppe in großer Erfolg. Die  Kinder sind wirklich ehrlich und sprechen über alles sehr offen. Ihre kindliche Freude is riesengross über jede Aktivität, die wir für sie vorbereiten. Sie singen alle sehr gerne und können das für ihr Alter auch sehr gut. Dies steht in klarem Gegensatz  zu den Jugendlichen, die sich mittlerweile schämen, zusammen zu singen. Für die Jugendlichen müssen wir die Dinge immer etwas anders ansprechen und anpacken.

 

Am Anfang jeder Gruppenstunde servieren wir etwas Süßes oder Sandwiches und etwas zu trinken, zum Beispiel Tee oder Saft.

Jeden Dienstag machen wir mit den Kindern Musik. Hauptsächlich bringen wir den Kindern das Gitarrespielen bei. Es ist auf keinen Fall einfach für die Kinder, sich so

lange zu konzentrieren und so viel zu üben, um richtig Gitarre zu spielen. Im Augenblick haben wir aber mindestens 5 Kinder, die jeden Dienstag Gitarre üben. Zusätzlich haben wir eine Chor-Gruppe, die nicht nur unter sich viel Freude hat sondern auch uns, die Erwachsenen gesanglich bereichern.

Der Montag in jeder Woche ist ein Tag der Abwechslung. Einen hoch geschätzten und wertvollen Beitrag zur variablen Gestaltung der Programme leistet Juliane, unsere diesjährige Volontärin aus Deutschland. Sie übernahm den Englisch- und auch Deutschunterricht.

Momentan versucht sie, aus verschiedenen Bereichen des Allgemeinwissens, den Kindern etwas beizubringen, vor allem aus Bereichen, die die Kinder noch nicht kennen oder ihr Wissen vertieft werden soll.

Natürlich fällt es Juliane nicht immer leicht. Die Kinder werden schnell unruhig. Es fehlt oft an Konzentrationsfähigkeit, mangelndes Interesse besteht nur zu oft, Unruhe kommt auf. Trotzdem, Beharrlichkeit ist eine gute Eigenschaft. Regelmässig kommen jetzt wenigstens 15 Kinder jeden Montag, um bei und mit Juliane zu lernen.

Unsere Arbeitswoche

Die verschiedenen Aktivitäts- und Lehrprogramme beginnen ca.um 15 Uhr. Sie dauern etwa zwei bis drei Stunden.

Bis 15 Uhr gibt es das warme Mittagessen. Neben all diesen Gruppenaktivitäten helfen wir täglich bei den Hausaufgaben. Weiter bereiten wir auch praktische, kreative Aufgaben vor. Zum Beispiel ist es diese Woche Origami-Woche. Natürlich darf man das Spielen mit den Kindern nicht vergessen.

Für mich ist es wichtig, dass ich eine gute Beziehung zu allen Kindern habe und ihnen alle gleich viel Liebe schenken kann, damit sie sich bei uns in der Mission   wohl fühlen können und nicht weitere Kinderhorte „ausprobieren“, auch das passiert nur aufgrund der Initiative der Eltern.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ich nichts zu Samstag gesagt habe.

Seit ca. einem Monat arbeiten wir samstags nicht mehr, weil wir die wöchentliche Bibelstunde mit in das Programm mit den Kindern in den Gruppen einbauen, da es im Allgemeinen dieselben Kindern sind die sowohl als auch in die Gruppe kommen wie auch samstags kamen. Es wurden auch immer weniger, die samstags kamen. Wir fragten uns natürlich: warum?

Die Antwort kam dann von den Kindern selbst. Viele Kinder gehen zum Friedhof. Es ist Tradition bei den orthodoxen Beerdigungen, Essen zu verteilen. Für die Kinder besteht die Chance auf dem Friedhof für 2 Tage Essen, zum Beispiel Cozonag oder Sarmale (Krautwickel) zu erhalten.

Ein anderer Grund für die Verkürzung der Arbeitszeit sind Auflagen vom Arbeitsschutz.

Perspektiven

Natürlich freue ich mich sehr darüber, samstags frei zu haven, da ich nach solchen Nerven aufreibenden und körperlich belastenden Arbeitagen, eine Pause brauche. Jeden Tag bin ich in der Mission und in der Kantine mit den Kindern. Jeden Tag spreche ich mit ihnen und biete ihnen Hilfe und Lebensführung an, versuche sie zu motivieren und zu ermutigen. Ich berate sie täglich und ich spreche mit ihnen jeden Tag über Gottes Liebe.

 

Das mache ich nicht nur wegen der Arbeit in der Mission, sondern auch in meiner Freizeit, in der ich mich mit den Jugendlichen treffe und wir gemeinsam spazieren gehen, etwas essen oder am Telefon sprechen. Ich weiss, wenn sie mich anrufen, dass es etwas Dringendes ist.

 

Eine weitere wichtige Sache ist es für mich, die Beziehung in die Zukunft hinein mit diesen Kindern stabil zu halten und in der mir gegebenen Zeit etwas dazu beizutragen, was ihnen hilft, ihren Weg zu Jesus zu finden.

 
Das ist auf keinen Fall eine

leichte Aufgabe mit den Kindern, zumal sie aus so einem schwierigen Umfeld

kommen, in dem die Eltern, die Freunde, und die Kameraden in der Klasse einen sehr starken Einfluss  über sie haben. Die etwa 2 Stunden, die sie bei uns täglich verbringen, sind sehr wenig Zeit, Veränderungen zu bewirken.

 

Aber mein Vertrauen liegt bei Gott, !!! welcher mir hilft, diese Arbeit zu bestreiten und Resultate auszuarbeiten.

 

Das ist im Allgemeinen das Programm. Es ist möglich, dass sich im nächsten Jahr wieder Einiges ändern wird und vielleicht Neues dazu kommt.

 

Was mich gegenwärtig bewegt ist, eine Methode zu finden, die die Kinder noch besser zusammen führt.

 

Ich bin offen für einen Wechsel von Aktivitäten und Programmlaternativen. Die Kinder sind schnell gelangweilt, verlieren den Fokus. Sie bleiben dann nicht ruhig und brav. Deshalb brauchen wir ein flexibles Programm.

 

Möge uns allen in der Mission Gott und Jesus Christus dabei helfen.

 

Liebe Grüsse

Elisa Bisca und Juliane Paul

 

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